Bericht über: Künstler
| Künstler | |
| Dieter Gleffe | |
| Telefon: | 0 33 03/2 97 76 88 |
| E-Mail: | dieter.gleffe@web.de |
| Website: | www.gleffe-atelier.de |







Malen, was die Welt zeigt

Stand: Oktober 2026
Kunst ist ein Gut, an dem man sich erfreut, das bewegt und für alle Menschen da sein sollte.
Ein Maler, den es 1978 vom hektischen Berlin ins ruhige Hohen Neuendorf verschlug, verfolgte mit seiner Frau als treibender Kraft jahrelang diese Vision. „Mit befreundeten Künstlern hatte ich sogar mal eine Ausstellung in der Nähe des S-Bahnhofs in Birkenwerder in einem leerstehenden Supermarkt. Diese ließen wir abends immer extra lange geöffnet, damit sich auch der ‚einfache Mann‘ nach der Arbeit an den Werken erfreuen konnte“, beschreibt Dieter Gleffe.
Der Mutter zuliebe
„Eigentlich wollte ich nach dem Abitur Bühnenbildner studieren. Leider wurden weder in Berlin noch in Dresden entsprechende Kurse angeboten“, bedauerte er damals. Nach einem Volontariat im Theater der Stadt Brandenburg, wo er etwa bei den Kulissen half, ging er seiner Mutter zuliebe als Hilfsarbeiter ins damalige „Stahl- und Walzwerk Brandenburg“. „Es war nicht mein Traum, aber mit 800 bis 1 000 D-Mark war die Entlohnung gut. Schon bald konnte ich meine Mutter mit einem großen Radio überraschen. Das war damals ihr großer Wunsch“, erinnert er sich.
Seinem Traum folgen
Nur drei Jahre später zog es ihn nach Berlin-Schöneweide an die damalige „Fachschule für angewandte Kunst“. Dort studierte er Grafikdesign und schloss seine Ausbildung mit einem Diplom ab.
Anschließend war er als Grafiker vielseitig tätig, etwa für den Verlag „Junge Welt“, wo er für die Gestaltung der Zeitschrift „technikus“ verantwortlich war.
Zurück in die Schule
Schon bald fand er sich in seiner ehemaligen Alma Mater als Dozent wieder. „Doch hier kam es immer wieder zu Reibereien. Vieles wurde von oben vorgeschrieben, nicht-konforme Seminargruppen wurden unterbunden“, schildert er, wie es ihn nach nur acht Jahren in die Selbstständigkeit zog. Als Grafiker kostete er diese Freiheit anschließend 25 Jahre lang voll aus. So war er für die komplexe Gestaltung von Stadtjubiläen, etwa für Hohen Neuendorf und Oranienburg, im Einsatz.
Erfolg auf eigenen Wegen
Schnell wurde sein Können gesehen und erkannt. Als Mitglied im „Verband Bildender Künstler der DDR“ erhielt er mit seinen grafischen Arbeiten Auszeichnungen in den Rubriken „Schönste Bücher“ und „Beste Plakate“. Zudem bekam er 1974 den Preis „Goldener Letter“ auf der internationalen Buchausstellung in Leipzig verliehen.
„Überraschend wurde ich 2018 und 2019 für den ‚Kitz Award‘ in Innsbruck in der Kategorie ‚Moderne Kunst‘ nominiert. Wie die allerdings gerade auf mich kamen, weiß ich nicht so genau, habe mich aber sehr darüber gefreut“, so der heute 88-Jährige.
Reisen als Inspiration
Nach Jahrzehnten als Grafiker rückten ab 1995 die Malerei mit Öl- und Aquarellfarben sowie Holzschnitte und Kaltnadelradierungen immer stärker in den Mittelpunkt seines Schaffens.
„Meine mittlerweile verschiedene Frau, Ursula Gleffe, liebte den Kontakt zu anderen Menschen, ich war da eher etwas introvertiert eingestellt. Das war manchmal ein ziemliches Gewusel mit den vielen Leuten, aber sie blühte darin auf. Sie ist stets mein Ansporn gewesen“, denkt er an die Vergangenheit.
„Zu Beginn ihrer Berufslaufbahn war meine Frau als Apothekenhelferin tätig. Diese Arbeit erfüllte sie jedoch nicht. Ihre Passion waren Bücher, sodass sie eine Ausbildung zur Buchhändlerin machte. Nach einem Zusatz-Studium in Leipzig leitete sie dann 40 Jahre lang eine Buchhandlung in Hohen Neuendorf. Sie unterstützte mich regelmäßig bei der Organisation meiner Gemälde-Ausstellungen. Manchmal saßen wir am Abend stundenlang da und sortierten die Bilder für die anstehende Veranstaltung“, blickt Dieter Gleffe zurück.
Seine Malerei ist stark von eigenen Erlebnissen geprägt. „Vieles, was ich male, finde ich um mich herum oder habe es auf unseren unzähligen Reisen entdeckt. Das war so ein Hobby von uns. Wir waren in unseren fast 62 Jahren Ehe gefühlt überall gewesen“, berichtet er. Dabei verschlug es das Paar etwa nach Portugal, Dänemark, Wales, Kenia und Bolivien. So finden sich heute, inspiriert mitunter von den gemeinsamen Reisen, über 350 Werke in seinem Haus in Hohen Neuendorf.
Aktiv in der Region
„Dass wir das Haus damals bekommen haben, war ein ziemliches Glück. Ich habe hier alles selber ausgebaut. Die Fußböden und die Wände habe ich mit meinen eigenen Händen saniert, sogar den Schornstein habe ich selbst gemauert. Nur die Heizung ist noch ein Überbleibsel aus früheren Zeiten“, erinnert sich Dieter Gleffe an seine jüngeren Tage.
Seine Werke sind in der Region immer wieder zu erleben. Zuletzt war er in der „Galerie 47“ in Birkenwerder und im Rathaus in Hohen Neuendorf zu bestaunen.
„Früher war es in unserer Nachbarschaft, in der Anton-Saefkow-Straße, viel belebter. Die Menschen suchten Kontakt und achteten aufeinander. Heute ist alles leider etwas anonymer und ruhiger. Schön ist aber, dass sich gerade jüngere Menschen für Kunst und meine Werke interessieren. So gibt es bei Ausstellungen immer wieder nette Begegnungen“, freut er sich, mit seinem Schaffen Generationen ins Gespräch zu bringen.